Mandolinen-Geschichten

Die Mandoline kommt ursprünglich aus Italien, wo sich aus verschiedenen regionalen Typen im 19. Jahrhundert die neapolitanische Mandoline zum Standardinstrument entwickelte.

Diese Variante ist die in der klassischen Musik und im Zupforchester  verbreiteste Form.

Typisch für diese Art Mandoline ist der, wie bei einer Laute, aus einzelnen Spänen zusammengesetzte Korpus.

Die Stimmung dieser wie aller späteren Mandolinenformen ist g-d‘-a‘-e‘‘, also exakt wie die einer Violine.
Ende des vorletzten Jahrhunderts kam die Mandoline sehr in Mode, vor allem in der Haus- und Laienmusik, in Europa und Nordamerika entstanden zahlreiche Mandolinenorchester. Damit kamen neue Varianten auf, wie z.B. die deutsche und die portugiesische Mandoline, die statt der wesentlich aufwendiger herzustellenden Lautenform Zargen und Boden haben, wie beispielsweise bei der Gitarre.

Die innovativste Form, die in dieser Zeit entstand, stammt von dem deutsch-amerikanischen Instrumentenbauer Orville Gibson.

Sein Ziel war es, eine Mandoline mit einem durchsetzungsfähigeren Klang zu entwickeln. Dabei griff er auf Bautechniken aus dem Geigenbau zurück.
Die typischen Merkmale dieser Instrumente sind die gewölbte, geschnitzte Decke, ein leicht gewölbter Boden und eine sehr flache Zarge. Das Gibson auch begeisterter Tischtennisspieler war und die Flachmandoline erfand, weil sich die traditionellen Mandolinen zum Pingpong weniger eignen, gehört in den Bereich der Legende.

Zwei Formen Flachmandolinen sind bis heute üblich:

Die „A“-Modelle mit ihrem tropfenförmigen Korpus und die „F“-Modelle, die oberflächlich einer kleinen Gitarre ähneln. Beides gab und gibt es mit rundem Schallloch oder mit F-Löchern wie bei Streichinstrumenten.

Diese Art Mandolinen sind heute sehr präsent im Bluegrass und verschiedenen Folkstilen, sind aber auch in der Pop- und Rockmusik  sowie im Jazz öfter zu hören.

Beliebt ist die Mandoline in den genannten Stilen auch als Nebeninstrument von Gitarristen und Geigern.